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Malteser Neu Ulm

Geistlicher Impuls zu Christi Himmelfahrt

„Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor?“

29.05.2019
Initiale P mit der Himmelfahrt Christi. 1375-1400, Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin, Volker-H. Schneider. Quelle: commons.wikimedia.org

Dieser Ruf der Engel soll zu einem Perspektivenwechsel bei den Jüngern führen. Sie sollen die Welt mit neuen Augen sehen, jetzt, wo der Herr im Himmel ist.

Das Leben Jesu hilft uns, die Welt mit neuen Augen zu sehen.
Er hat unser menschliches Leben geteilt. In allem war er uns gleich, außer der Sünde.
All das, was wir Menschen auf Erden erleben, hat der Sohn Gottes auch erlebt: Geburt, Kindheit, Lernen, Arbeit, Tränen, Schweiß, Angst, Liebe, Freude, Leiden, Tod. All das ist ihm nicht fremd. Und deshalb hat all das auch mit Ihm, mit dem Sohn Gottes zu tun. Und deshalb können wir Ihm dienen. Diese Welt, dieser Planet Erde, unser Alltag – das sind die Orte, wo wir als Christen, als Jünger Jesu leben und leben sollen.
Und diese Welt, diesen Planeten Erde, unseren Alltag können wir uns nicht aussuchen.

Die Himmelfahrt Jesu hilft uns, die Welt mit neuen Augen zu sehen.
Die Welt ist zwar der Ort, der uns Menschen zugewiesen ist, aber es gibt ein Mehr. Wenn Jesus die Erde verlässt und zu seinem Vater in den Himmel auffährt, dann liegt darin auch für uns eine Verheißung. Das Tagesgebet der Messe drückt diese mit folgenden Worten aus: In der Himmelfahrt Deines Sohnes, hast Du den Menschen erhöht. Schenke uns das feste Vertrauen, dass auch wir zu der Herrlichkeit gerufen sind, in die Christus uns vorausgegangen ist.

Diese Welt, die vergeht, dieser Alltag, der manchmal so zermürbend sein kann – das ist nicht alles. All das Leid, die Sorgen, die Trauer und Angst, die einem begegnen – das ist nicht alles.

Es gibt ein Mehr, ein ewiges, herrliches Mehr, das all unsere Vorstellungskraft übersteigt.
Ein Mehr, in dem wir von allem, was uns hier unten einengt und bedrängt, befreit werden, in dem unsere Sehnsucht nach glücklichem Leben gestillt wird.

Ein Mehr, in dem wir endlich die sein können, die wir in Wahrheit sind.
Deshalb ist die christliche Religion eben nicht "Opium für das Volk". Wir Christen müssen nicht mit Rauschmitteln in eine andere Welt fliehen. Wir Christen sind nüchterne, realistische Menschen, die ihrer Hoffnung auf eine erlöste Welt in dieser unerlösten Welt Ausdruck verleihen, in Taten, Worten und Gebeten.

„Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor?“
Die Engel treiben die Jünger an, nicht wie Salzsäulen stehen zu bleiben, sondern sich aufzumachen. Sich aufzumachen in die Welt, in der sie leben. In der auch Jesus gelebt hat. Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen. Damit alle diese Welt sehen, wie sie in Wirklichkeit ist: kostbar aber endlich. Damit allen die neue, wunderbare Perspektive eröffnet wird: es gibt ein ewiges Leben, das unsere Sehnsucht stillt.

Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen. Das ist der Auftrag der Jünger in dieser Welt. Unser Auftrag als Christen. In uns will Christus weiterleben. Unsere Münder, unsere Hände sollen seine Botschaft weiterführen. Jeder von uns ist dazu berufen, ein anderer Christus, ja Christus selbst zu sein.

Wenn wir so mit Christus vereint sind, uns jetzt und hier bemühen, sein Leben weiterzuleben, werden wir auch sein Leben im Himmel in der Herrlichkeit des Vaters erleben. Christi Himmelfahrt lässt uns so die Welt mit neuen Augen sehen: Als den Ort, wo wir das Leben Jesu weiterführen sollen. Und als den Weg, der uns zur wahren Freude führt.

Als Christ in dieser Welt zu leben, lohnt sich.

Herr Pfarrer Klaus Klein-Schmeink, Predigt zu Christi Himmelfahrt, 2007

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