Navigation
Malteser Neu Ulm

Johannes' Suppentreff feiert seinen ersten Geburtstag

… und darf auf ein interessantes Jahr mit vielen schönen Begegnungen zurückblicken

05.11.2019

Angefangen hat der Suppentreff am 07. November letzten Jahres. Noch nicht so bekannt kamen 12 Gäste das erste Mal. Nächstes Mal waren es fast 20 Gäste und mittlerweile hat es sich eingependelt, dass zwischen 30 und 35 Gäste kommen.

Im Grunde sind es zu viele Leute für den einen Raum, den die Malteser zur Verfügung haben. Man will aber unbedingt versuchen, niemanden abweisen zu müssen. So hat man nun aus Not den Suppentreff in zwei „Schichten“ eingeteilt: Die erste Hälfte kommt von 16.00 bis 17.30 Uhr, die zweite Hälfte von 17.30 bis 19.00 Uhr. Und nächstes Mal kommen die aus der vergangenen Frühschicht spät und die aus der Spätschicht früh. So will man gewährleisten, dass es so fair bleibt wie möglich. Mittlerweile kommen meistens Stammgäste. Und die neuen Gäste, die doch auch kommen, schaffen die Malteser Helfer auch unterzubringen.

„Die Einteilung in zwei Schichten nimmt natürlich ein bisschen des gemütlichen Beieinanderseins weg, aber es geht leider nicht anders“, so Pia Eble, Dienststellenleitung der Malteser, „wenn wir möglichst allen gerecht werden möchten“.

Bis heute hat der Suppentreff an 30 Mittwochen und an sechs Sonn- oder Feiertagen, an denen zu Kaffee und Kuchen eingeladen wird, stattgefunden. Die ehrenamtlichen Helfer haben um die 1000 Portionen Eintopf – ohne Nachschlag berechnet – bisher ausgereicht. Die ehrenamtlichen Helfer sind der Angelpunkt des Suppentreffs. Sie besorgen die Lebensmittel, bereiten den Raum liebevoll vor, richten das Essen an und - vielleicht die wichtigste Aufgabe – setzen sich zu den Gästen und unterhalten sich mit ihnen. Die neun ehrenamtlichen Helfer sind mittlerweile ein gut eingespieltes Team.

Jürgen U., 65 Jahre, alleinstehender Rentner, kommt regelmäßig im Johannes‘ Suppentreff. Seit rund 1 1/2Jahren wohnt er in einer kleinen Wohnung in Neu-Ulm. Davor wohnte er fünf Jahre im Obdachlosenunterkunft. „Ich komme gerne im Suppentreff. Zum einen ist mein Geld sehr, sehr knapp, so spare ich Geld und bekomme eine gute warme Mahlzeit. Zum anderen spreche ich gerne mit den ehrenamtlichen Helfern, die sich Zeit nehmen für uns, und mit manchen der anderen Gästen“. Die Jahre im Obdachlosenheim waren sehr hart und prägend für Jürgen. „Ich habe in den Jahren dort schon mehrere Leute wegen Drogen und Alkohol sterben sehen. Und wenn man dort wohnt, ist man gebrandmarkt, man bekommt kaum eine Chance auf dem normalen Wohnungsmarkt wieder.“ Nur dank eines guten und tatkräftigen Sozialarbeiters schaffte es Jürgen endlich nach mehreren Jahren, die kleine Wohnung zu beziehen. „Ich würde mir wünschen, dass das Suppentreff-Angebot erweitert werden könnte. Nicht so gut finde ich es, wenn manche der Gäste nicht Rücksicht auf andere Gäste nehmen und zu viel des Essens schnell wegnehmen. Das versuchen die Malteser zwar zu vermeiden, aber es ist manchmal schwierig“.

Johannes‘ Suppentreff wird durch Spenden finanziert. Ein Metzger, ein Restaurant und ein Bäcker greifen dem Suppentreff unter die Arme mit Naturalienspenden. „Abhängig von Spenden würden wir gerne das Angebot erweitern“, so Eble. „Es besteht ein großer Bedarf. Wir merken vor allem, dass in diesem ersten Jahr zunehmend ältere Menschen kommen, die kaum über die Runden kommen“. Im Suppentreff geht es aber nicht nur um das Essen. „Wer ganz wenig Geld zur Verfügung hat, wird auch oft sozial isoliert. Uns ist es als katholische Organisation ganz wichtig, uns den Leuten anzunehmen und ihnen bei ihren Nöten und Sorgen zuzuhören. Unser schönes Ordensmotto lautet ja „Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen“, und diesem zweifachen Auftrag möchten wir auch durch jede Handlung versuchen nachzukommen, stets orientiert an den konkreten Erfordernissen“.

Die Helfer erhalten regelmäßig Schulungen, um sie für die Tätigkeit zu rüsten, und sind immer im Austausch miteinander, damit niemand mit eventuellen Schwierigkeiten allein gelassen wird. Der Suppentreff findet jeden zweiten Mittwoch statt. An einem Sonntag im Monat wird auch zu Nachmittagskaffee und Kuchen eingeladen, im November und Dezember sogar mit musikalischer Begleitung.

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE43370601201201202619  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7
Der Malteser Hilfsdienst e.V. ist Mitglied im Deutschen Spendenrat e.V.