Navigation
Malteser Neu Ulm

Ein Patron des Malteserordens feiert Geburtstag

24.06.2020
Künstler: Makarius Tauc, Wiesbaden 2003, taucicons@aol.com

Gewöhnlich feiert die katholische Kirche ihre Heiligen an deren Todestag, sozusagen als Geburtstag im Himmel. Nur zwei Ausnahmen gibt es: die Gottesmutter und Johannes den Täufer. Zum einen unterstreicht diese Tatsache die Wichtigkeit Johannes des Täufers, über den Jesus sagt, es gäbe keinen Größeren als ihn (vgl. Mt 11,11). Darüber hinaus berichtet der Evangelist Lukas davon, dass Johannes sechs Monate älter als Jesus war. Sein Hochfest findet somit exakt sechs Monate vor Heiligabend statt und ist zugleich auch programmatisch; aber nicht Johannes der Täufer steht dabei im Vordergrund - er verweist lediglich auf den Größten: Jesus Christus.

Es gibt nur wenige Aussprüche Johannes des Täufers in den Evangelien. Einer der Markantesten ist sicherlich: “Er [Jesus] muss wachsen, ich aber geringer werden” (Joh 3,30).

Heute, am 24. Juni, feiern wir Johannes den Täufer. Er ist sehr eng mit dem Malteserorden verbunden, und von großer Bedeutung für unser Leitbild. Im Text vom „Malteser Geistliches Zentrum“ wird diese enge Verbindung sehr gut erläutert.

„Dass Johannes der Täufer Patron der Malteser ist, hat historisch einen eher zufälligen Grund: die Kirche des ersten Hospitals in Jerusalem trug seinen Namen. Denn dort verehrte man den Geburtsort Johannes’ des Täufers. Die Hospitalgemeinschaft machte sich seine Person und sein Vorbild zu eigen. Ihr ursprünglicher Name lautete daher: „Orden des hl. Johannes vom Spital zu Jerusalem“ oder kurz: „Johanniter“.

Kirchen und Kapellen der Malteser in aller Welt tragen deshalb den Namen des hl. Johannes des Täufers. Durch Bildnisse und Statuen wird er dort in besonderer Weise verehrt.

Die Verehrung Johannes des Täufers durch die Malteser ist schon vor 1113, dem Jahr der päpstlichen Anerkennung des Or­dens belegt. In den Urkunden des Ordens aus dem 12. und 13. Jahrhundert findet sich häufig die Eingangsformel: „Gott, dem hl. Johannes dem Täufer und den heiligen Armen“. Auf dem Titel des ersten gedruckten Ordensregelbuchs von 1584 steht beherrschend die Gestalt des Täufers mit dem Siegeswimpel der Auferstehung vor den Krankenbetten, gleichsam als Einleitung für die Statuten selbst und um die Ordenritter an die zentralen Aspekte ihrer Aufgabe zu erinnern:
- die Verteidigung des Glaubens, der in der Auferstehung sein Zentrum hat,
- und den Dienst an den „Herren Kranken“.

Wie Johannes der Täufer „dem Herrn den Weg zu bereiten“ (Lk 1,76), prägte daher das Selbstverständnis der Malteser in ihrer Geschich­te: sei es bei der militärischen Verteidigung des Abendlandes, sei es im Dienst am Nächsten, vor allem am Armen und Kranken.

Insbesondere seine Rolle als „Vorläufer“ (vgl. Mt 11,10) war Vorbild, in Demut zurückzutreten hinter dem eigenen Dienst und demjenigen, um den es eigentlich geht: Christus.

Im Charakter Johannes’ des Täufers wurden überdies in besonde­rer Weise die Kardinaltugenden erkennbar, die das Lebensideal der Malteser bestimmen und in den vier inneren Ecken des Mal­teserkreuzes versinnbildlicht werden:
- die Maßhaltung in seiner asketischen Lebensführung (vgl. Mk 1,6; Mt 11,18ff, Lk 1,15),
- die Klugheit in seiner Predigt (vgl. Lk 3,2ff; Mt 3,2-11; Mk 1,4),
- die Gerechtigkeit in seiner Forderung an Zöllner, Soldaten und im Eintreten für die eheliche Treue gegenüber Herodes (vgl. Mt 3,7; Lk 3,12ff, Lk 3,19)
- die Tapferkeit in seinem Martyriums (vgl. Mt 14,3-12; Mk 6,17-29; Lk 3,19f )

Als „größter unter den von einer Frau Geborenen“ (Mt 11,11ff) konnte der Täufer schließlich neben der Muttergottes in besonderer Weise Fürbitter sein für die Malteser und die ihnen Anvertrauten.“ (Quelle: www.malteser-geistlicheszentrum.de

Wir wünschen Ihnen am heutigen Tag ein gesegnetes Hochfest der Geburt Johannes‘ des Täufers!

Online Spenden

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE43370601201201202619  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7
Der Malteser Hilfsdienst e.V. ist Mitglied im Deutschen Spendenrat e.V.